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Wie schön,
daß wir von Kindern so viel lernen können, daß sie uns so viel geben .
Wie liebevoll sie als Geschenk in unser Leben kommen, damit wir
uns selbst finden.
Die unermüdliche Nachsicht von Kindern gibt uns ständig die
Gelegenheit, uns neu zu betrachten, unser Bestes zu geben.
Und in Kindern lebt noch die Bereitschaft zu vertrauen. welch Segen, wenn
wir ihnen eine Hilfe sein können, das im Guten zu erhalten.
Aber
sollen wir nicht "wie die Kinder" werden?
Beiträge über Kinder, von Kindern, über Beziehungen zu Kindern sind hier erwünscht.
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Meine Himmelsgedanken |
| Krankheiten können durch Hoffnung und
Liebe geheilt werden, das glaube ich wirklich. Tief in jedem Herzen glaube ich ist ein Schlüssel und eine Tür zu allen Dingen. Ich hoffe, wir können den Himmel auf Erden wahrmachen. Unsre Herzen könnten sich verbinden und die große Liebe auf der Erde zeigen, die sich so lange nicht gezeigt hat. Als ob Jesus unter uns wäre. Janet |
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Jetzt ist Janet 10 Jahre. Unter anderen gibt sie mit ihrer Geigengruppe Konzerte in Altenheimen und Krankenhäusern. Sie sagt, es macht Spaß.
| Als ich die 6-jährige Theresa fragte, was wir
Menschen denn so brauchen, kam unter sorgfältigem Nachdenken eine Liste
von Wünschenswertem für alle Menschen. Dann kam sie ins Stocken, Grammatik und Vokabeln haspelten, denn sie arbeitete an einem komplexen Konzept: "Ja aber weißt du, da ist was anderes, was wir brauchen. Wir brauchen, na du weißt doch, die ganzen armen Kinder und so, wir brauchen, daß wir denen helfen." Wie viele Erwachsene wissen noch, daß wir das "brauchen"? Hier Theresa beim Brüderchen Verwöhnen Brauchen. |
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Theresa war, wie öfter, wieder mit ihren Puppen-Waisenkindern beschäftigt,
10 an der Zahl. sie erklärte mir, es seien alle noch Babies. Ich war ein
wenig bestürzt, wie sie das denn alleine schaffen könnte. Was, wenn alle auf
einmal weinen?
Freundlich mitleidig lächelt sie mir zu:"Aber Geli, das passiert doch
nicht. Fühlst Du das denn nicht, da kommt so was von oben, wie soll ich sagen.
Guck, ich erklärs dir so: Wir haben eine Muschel, hier diese, und diesen Stein
und die Kugel.
Die Muschel sagt: Man kann sich freuen.
Der Stein sagt: Wir werden beschützt.
Die Kugel sagt: Man hat ein gutes Bild in der Seele. Dein Weg ist immer
richtig.
Kinder verstehen ja oft unmittelbar, womit wir uns
später ein Leben abplagen müssen
Luis , Theresa und ich lasen zusammen die
unendliche Geschichte . Wir kamen an die Stelle, wo der Krieger Atreyu seine
Waffen zurücklassen muß, um seine Mission anzutreten. Für einen Augenblick
war Luis perplex. Ich sagte nur, Atreyu muß
nun ja seine Einteilung von Gut und Böse zurücklassen. Mit sanften Augen, in
die weite Ferne gerichtet, sagte er ruhig und fest: "Ich weiß, was Du
meinst."
Es macht Spaß, sich mit einem oder mehreren Kindern zusammenzusetzen und sie
zu fragen:
"Was brauchen wir Menschen, damit es uns gut geht?"
Und dann geduldig nachfragen, z.B. wenn ein Kind sagt, Liebe. " Wie
fühlt man die Liebe? Wann fühlt man sich geliebt von jemand? Weiter
nachfragen. Wie noch? Oder fragen, wann man sich nicht geliebt fühlt, und wie
es sich ändern könnte. Die Feinfühligkeit von Kindern ist sehr
aufschlußreich. Mein Sohn hat von frühem Alter mich aufmerksam gemacht, wenn
ich nachlässig seine Gefühle nicht hinreichend berücksichtigt hatte. Einmal
schimpfte ich mit ihm wegen Unordnung quer durchs Haus. Da guckte er mich an und
sagte: "Geli, wenn du so mit mir sprichst, tut mir mein Herz weh!"
Unnötig zu sagen, wie schnell ich versprach, in Zukunft sorgfältiger zu sein,
und ihm dankte, daß er mir so direkt half, ihm meine Liebe in ihm fühlbarer,
direkter Weise mitzuteilen.
Milena.
Mit vier Jahren beginnt Milena nachzufragen, wie das bloss kommen kann mit dem Krieg. und manchmal philosophieren wir dann ein bißchen. Einmal kommt sie auffällig unbeschert an, tralala singend, während in gewissem Anstand deutlich das Geschrei zwischen Mama und Luis zu hören ist. "Hmh, wieder son kleiner Krieg?" "Ja," antwortet sie, "aber zum Glück nur eine Runde, dann vertragen sie sich wieder."
Milena, Luis und ich sehen einen Winnetoufilm im Fernsehen. Luis, 10 Jahre, ist inzwischen ein durchaus verhaltensauffälliger kleiner Junge. Milena fragt: "Wer sind die Guten und wer die Bösen?" Ich sage:" Naja, das Land gehört den Indianern, und die Cowbows nehmen es ihnen weg." Luis: "Ich mag aber auch die Cowboys!" Ich frage: "Du meinst, die sind manchmal auch tapfer und schonen sich nicht und so?" "Ja", meint er mit Nachdruck, "manche schon!" "Hmh", sage ich, "meinst du damit, du hast auch ein Herz für die Bösen?" Ein Schluchzer bricht aus ihm heraus. "Ja, das stimmt! Ich finde es furchtbar in Amerika mit der Todesstrafe. Da kann ja einer gar nicht nachdenken, was er getan hat und es bereuen. Ich finde Gefängnis viel besser!" Er kuschelt sich an mich. Ich lege meinen Arm um ihn. "Na Luis, weißt, was du da machen kannst? Du kannst ja für die Bösen beten!" Mit einem tiefen Ausatmen schaut er mich an, dankbar lächelnd. "JA, das mach ich!"
Am nächsten Tag muß ich Abschied nehmen. Luis und seine Mama sind beide gerade da. Luis lehnt sich an mich, und ich sage ihm, der Mama zu erzählen, was wir gestern besprochen haben: " Er schaut die Mama an und sagt: "Mama, ich bete jetzt für die Bösen!" Die Mama lächelt und nickt.
Milena wird von ihren Eltern nicht religiös unterrichtet, geschweige denn beeinflußt.
Milena und ich schauen uns ein russisches Märchen an. es ist die Geschichte
von einem jungen Mann, der die Entführte Prinzessin befreien will und
losszieht. Dabei weiß er überhaupt nicht wohin, aber er hat einfach Vertrauen.
Schließlich kommt dann das Zauberpferd durch die Luft geflogen und trägt ihn
zu all den Stationen seiner Reise hin. Ich erzähle Milena, so ist das , wenn
man aus ganzem Herzen etwas will, dann entsteht ein Zauberfeld, und es geschehen
dinge, die konnte man sich gar nicht asudenken. Die helfen einem dann.
Zur Abenddämmerung ruft Milena mich dann nach draußen. "Geli, fühl man,
die heilige Luft ist zu uns gekommen. Jetzt können wir uns etwas
wünschen!" Wunderbar, was wünschen wir uns? "Hilfe für die armen
Kinder!" Gut, wir gehen herum schauen weit in alle Himmelsrichtungen,
stellen uns vor, welche Länder dort sind, wie armen Kindern dort gehen mag, und
wir wünschen ihnen, daß ihnen etwas Gutes passiert.
Milena liebt die heilige Luft so sehr, die man besonders gut am Abend fühlen
kann, daß sie mich öfters zum Ritual herbeiholt.
Einmal waren Leute zu Besuch gewesen, heißer Nachmittag auf der Terrasse. Milen
nimmt mich beiseite und fragt: "Geli, kannst du die heilige Luft gerade
fühlen?" Kann ich nicht, aber ich lüge und sage , ja. Milena antwortet:
"Also, ehrlich gesagt, ich nicht!" Oh weh, ich muß schnell meine
Lüge zugeben.
Milena ist grade noch vier, ihr Opa hat gerade seinen 90. geburtstag. Der
Orstvorsteher kommt zu Besuch. Milena fragt anschließend. "Geli,warum
heißt der Mann Ortsversteher?"
Ich schmunzle über ihre niedliche Interpretation, und biete eine freundlich
Erklärung an:" Ja weißt Du, den haben die Leute gewählt, weil sie
Vertrauen zu ihm haben. Er hört zu, was sie brauchen, was ihnen wichtig ist,
und gibt sich Mühe, für sie zu sorgen , und das Vorstehen bedeutet auch, ihr
Leiter zu sein, und auch, schützend vor ihnen zu stehen."
Milena's Gesichtchen verklärt sich zu innigstem Lächeln: " Geli, wenn Jesus wieder käme, dann würde ich zu ihm sagen: Jesus, du bist unser Ortsversteher!"
Zwei Monate später sitzen wir zusammen auf der Bank und plaudern , als sie ihre Stimme auf ein vertrauliches niveau herabsenkt. "Geli, neulich hab ich ja gesagt, WENN Jesus zurückkäme... aber er ist ja da, ich kann ihn ja sehen. Man kann ihn nicht draußen mit den Augen sehen, aber innerlich, da sehe ich ihn. " "wie siehst du ihn?" frage ich. "Naja, er hat schon so lange dunkle Haare, das finden manche Leute komisch, aber es macht doch nichts, das war so damals. Er ist sehr schön."
Es kommen andere dazu, und wir wechseln sanft unser Thema.
Milena und ich haben unsere heilige Luft- beziehung nun schon fast ein Jahr. Es ist wieder einmal abschiedszeit für uns. Sie weiß, bald bin ich im heißen Australien. sie nimmt mich zum letzten vertraulichen Gespräch beiseite. "Geli, ich habe mir Gedanken gemacht über die heilige Luft in Australien. Weißt du, wenn es zu heiß ist, kann man sie nicht gut fühlen." Milena weiß nur zu gut, daß ich kein Frühaufsteher bin. "Ich fürchte, du wirst früh aufstehen müssen, so im Morgengrauen wirst du sie dort gut fühlen können. Wenn dir das zu schwer ist, dann geht es auch so ab Mitternacht. Probiers halt." Wir versprechen uns, aneinader zu denken, wenn wir die heilige Luft fühlen, und zu wissen, daß wir sie miteinder teilen.
Und tatsächlich, das Kind hat recht. Zum ersten Mal fühle ich die zarte, feine, energiereiche, verheißungsvolle heilige Luft auch auf dem vergessnen Kontinent. Ich gehe hinaus in die beginnende Morgendämmerung. Ein junger Vogel übt noch an seinem Lied. Mit Hingabe versucht er, den vierten Ton genau hinzubekommen, denn wenn er den nicht trifft, kommt ihm die ganze Kadenz durcheinander. Ich muß kichern. Dann versuche ich, mich einzufühlen, welchen Ton er denn genau braucht. Dazu muß ich erst sein Tonsystem verstehen. Nicht ganz unser Verständnis von abendländischer Harmonie. Nach einer Weile pfeife ich dann mit ihm. Schließlich wagt er sich an eine weitere Tonfolge seines Lieds. Der Morgennebel leuchtet in Regenbogenfarben.